Deutsch-Unterricht an israelischen Schulen

Erstmals wird das Fach Deutsch an israelischen Schulen als Wahlpflichtfach im Regelunterricht eingeführt. Der Generalsekretär der Deutschen Kultusministerkonferenz nannte dies eine „bemerkenswerte Entwicklung“.

Erstmals wird das Fach Deutsch an israelischen Schulen als Wahlpflichtfach im Regelunterricht eingeführt. Der Generalsekretär der Deutschen Kultusministerkonferenz nannte dies eine „bemerkenswerte Entwicklung“.

Der israelische Bildungsminister, Naftali Bennett, und der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Udo Michallik, sowie die Gesandte der Deutschen Botschaft Tel Aviv , Monika Iwersen, unterzeichneten dazu am 8. Juli 2015 eine gemeinsame Erklärung in Jerusalem. Die „Joint Declaration of Intent“ enthält daneben auch die Durchführung von Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD) in Israel.

Der Deutschunterricht erfolgt zunächst an fünf Schulen und beginnt ab der neunten Klasse, teilte die deutsche Kulturministerkonferenz mit. Die Prüfung zum DSD, die Schüler zum Abschluss des Unterrichts ablegen, soll gemäß der Vereinbarung auch als Bagrut-Prüfung im Fach Deutsch anerkannt werden. Das Bagrut ist die israelische Hochschulreifeprüfung.

Der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Udo Michallik, sagte anlässlich der Unterzeichnung: „Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung in der Beziehung beider Staaten, dass nun israelische Schüler im regulären Schulunterricht die deutsche Sprache erlernen und dabei ein deutsches Diplom erwerben können. Dies zeigt, und es ist nicht selbstverständlich, wie weit wir in den 50 Jahren des Dialogs und des Austausches seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel gekommen sind.“

Schüler der Rabin High School in Eilat hatten in einem Pilotprojekt im März bereits zum zweiten Mal an den Prüfungen zum DSD teilgenommen. Die erfolgreichen Teilnehmer bekommen nun vom KMK-Generalsekretär ihre Diplomurkunden in Tel Aviv überreicht.

Hintergrund

Das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz ist eine schulische Sprachprüfung in zwei Stufen, die von der KMK gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesverwaltungsamt – Zentralstelle für das Auslandsschulwesen – angeboten wird. Das DSD der Stufe I bescheinigt Deutschkenntnisse auf der Stufe B1 nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GeR) und ist die sprachliche Qualifikation für den Zugang zu einem Studienkolleg.

Das DSD der Stufe II bescheinigt Deutschkenntnisse auf der Stufe B2 beziehungsweise C1 nach dem GeR und ist die sprachliche Qualifikation für den direkten Hochschulzugang in Deutschland. Im Jahr 2014 haben rund 65.000 Schüler an mehr als 1.000 Schulen in 72 Staaten im Ausland sowie im Rahmen der Erstintegration rund 1.100 Schüler in den deutschen Ländern an den Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz teilgenommen. (Israelnetz)

Bild: Schulklasse in Israel. Foto: Yossi Zeliger/Flash90

 

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