Demonstration: „Eine Rakete ist schon zu viel“ – Waffenruhe verlängert

Tausende Israelis haben am 14. August 2014 in Tel Aviv ihre Solidarität mit den Menschen im Süden bekundet. Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist bis zum 18. August 2014 verlängert worden.

Tausende Israelis haben am 14. August 2014 in Tel Aviv ihre Solidarität mit den Menschen im Süden bekundet. Bei der Demonstration sprachen Teenager, die mit der Bedrohung durch die Raketen aus dem Gazastreifen aufgewachsen sind.

„Das Schicksal der Städte an der Grenze zu Gaza ist das Schicksal von Tel Aviv und Jerusalem“, lautete die Botschaft der Großkundgebung auf dem Rabinplatz. Organisatoren waren führende Politiker aus den Gemeinden, die seit 2001 dem Beschuss ausgesetzt sind. Die Stadt Tel Aviv unterstützte die Demonstration, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet. Aus dem gesamten Land waren zwischen 10.000 und 15.000 Israelis zu der Solidaritätsveranstaltung gekommen.

Auf Transparenten war unter anderem zu lesen: „Auch Bewohner an der Gaza-Grenze sind israelische Bürger!“, „Eine einzige Rakete ist schon zu viel“ oder „Wir vertrauen auf die israelischen Armee“. Die Teilnehmer skandierten Slogans wie „Die Nation fordert Gerechtigkeit“. Die Teenager aus dem Süden trugen rote T-Shirts – eine Anspielung auf den Alarm „Zeva Adom“ (Farbe Rot), den sie ihr Leben lang gehört haben.

Der 16-jährige Tom Katz, der in dritter Generation in Nahal Os nahe des Gazastreifens lebt, fragte die Teilnehmer laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“: „Wussten Sie, dass eine Panzerabwehrrakete auf unseren Schulbus abgefeuert wurde?“ Die 13 Jahre alte Jael Medina aus Netiv HaAssarah erzählte, sie kenne kein Leben ohne Raketenwarnsirenen. Auch vor der Operation „Starker Fels“ hätten sie unter Beschuss gelitten. „Aber niemand spricht darüber, wenn es keinen Krieg gibt. Wir müssen mit voller Kraft weiterkämpfen, bis Ruhe einkehrt.“

„Rote Farbe mit Anemonen assoziieren, statt mit Raketen“

Der Bürgermeister von Tel Aviv , Ron Huldai, lobte die „mutige Partnerschaft zwischen Städten im Süden und Tel Aviv“. „Wir sind Partner auf dem Weg des Zionismus und bei der Liebe zum Land“, ergänzte er. „Wir teilen ein gemeinsames Ziel in diesem Land.“

Das Stadtoberhaupt von Sderot, Alon Davidi, erklärte: „Wir werden die fortgesetzten Mordversuche von Gaza nicht dulden.“ Er fügte hinzu: „Dies ist nicht Politik; es gibt hier nicht Rechte oder Linke. Es ist klar, selbstverständlich und elementar. Wir wollen ein sicheres, ruhiges Leben, damit wir uns entwickeln und gedeihen können. Wir haben die Versprechungen und Erklärungen satt. Jeglicher Kompromiss, der gemacht wird, bedeutet einen Kompromiss über unsere Leben und unsere Zukunft. Unser Blut ist nicht billig!“

Mehrere seiner sieben Kinder „wurden in diese widerwärtige Wirklichkeit hineingeboren“, sagte Davidi. „Es muss ein für alle Mal zu einem Ende kommen. Wir wollen, dass unsere Kinder Rot mit den Anemonen assoziieren, die in unserer Gegend wachsen.“

Bei der Kundgebung traten zudem israelische Künstler auf. Auch die Band „Teapacks“, die Ende der 80er in Sderot entstand, spielte auf dem Rabinplatz.

Waffenruhe bis 18. August 2014 verlängert

Am 13. August 2014 haben die Israelis und die radikal-islamische Hamas eine Verlängerung der Waffenruhe um fünf Tage vereinbart. Dennoch feuerten Militante aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel.

Auf die Waffenruhe einigten sich die Akteure kurz vor Ende der am 10. August 2014 vereinbarten dreitägigen Feuerpause. Sie erwies sich in der Nacht jedoch noch als fragil: Kurz vor Ablauf der Frist um Mitternacht schossen Militante im Gazastreifen einige Raketen auf Israel. Die israelische Armee sprach von insgesamt acht Raketen in der Nacht auf den 14. August 2014. Die Hamas wies die Verantwortung dafür zurück. Die Streitkräfte reagierten am 14. August mit Gegenangriffen.

Seither hält die Waffenruhe jedoch an. Ein Raketenalarm in Kerem Schalom nahe des Gazastreifens am Vormittag hatte sich als falsch erwiesen. Der israelische Verteidigungsminster Mosche Ja‘alon betonte am Mittag, jegliches Raketenfeuer mit Gegenangriffen zu erwidern, berichtet die israelische Tageszeitung „Ha‘aretz“.

Die Feuerpause, die nun bis zum 18. August 2014 halten soll, bedeutet, dass die diplomatischen Bemühungen um die Beilegung des Konflikts weitergehen. Zunächst werden die palästinensischen Delegationen mit ihren jeweiligen Führern Rücksprache halten: Die Fatah-Delegation kehrt nach Ramallah zurück, um mit dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas , zu beraten. Die Hamas -Delegation werden ins katarische Doha reisen, um dort mit Politchef Chaled Masch‘al zu reden. Die Abgesandten des Islamischen Dschihad reisen nach Beirut für Gespräche mit ihrem Führer Ramadan Abdullah Schalah.

Auch die Israelis kommen zusammen, um die Lage zu beraten. Am 14. August 2014 ist eine Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts vorgesehen. (Israelnetz)

Bild: Bei der Demonstration gegen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen am 14. August 2014 in Tel Aviv. Foto: Amir Levy/Flash90

 

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