Am Vorabend des 21. September 2017 hat das jüdische Jahr 5778 begonnen. An diesem Tag, dem 1. Tischri des jüdischen Kalenders, bitten gläubige Juden Gott um Erbarmen und um den Eintrag ins Buch des Lebens. Mit diesem Neujahrstag, der „Rosch HaSchana“ („Kopf des Jahres“) genannt und mit Honig und Äpfeln versüßt wird, beginnen die jüdischen Herbstfeste. 

Israelis am Mittelmeerstrand bei der „Taschlich“-Zeremonie. Foto:Flash90

In der Bibel wird Rosch HaSchana als „Jom Tru’ah“, als „Tag des Posaunenhalls, der Arbeitsruhe und der Versammlung im Festkalender 3. Mose 23, 23–25 aufgeführt. Das Blasen des Schofar, des Widderhorns, ist ein wichtiger Teil der Neujahrs-Versammlungen in den Synagogen.

Am späten Nachmittag des Neujahrstages versammeln sich Juden weltweit an Flüssen, Seen oder am Meer, um symbolisch ihre Sünden dort hineinzuwerfen. Grundlage dafür ist der Glaube, dass Gott barmherzig ist und nicht ewig an seinem Zorn festhält. „Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen“ (Micha 7,19). Diese Zeremonie, bei der auch Texte wie etwa Psalm 103,8–13 gebetet werden, heißt im Hebräischen „Taschlich“, das „Werfen“.

Am 10. Tischri (30. September 2017) folgt mit Jom Kippur der große Versöhnungstag als heiligster Fest-, Fast- und Ruhetag des Judentums (3. Mose 26–32), gefolgt vom siebentägigen Laubhüttenfest, das mit einem zusätzlichen Festtag abgeschlossen wird. (3. Mose, 23, 33-43, 5.-12. Oktober 2017). Dieser „achte Tag der Versammlung“ („Schmini Atzeret“, 12. Oktober 2017) wird in Israel auch als Simchat Torah gefeiert, als Torah-Freudenfest. In der Diaspora wird das Fest an einem weiteren angehängten Feiertag begangen..

In den Synagogen wird dabei der letzte Abschnitt des 5. Buches Mose sowie sofort danach der erste Abschnitt aus dem 1. Buch Mose gelesen. Damit schießt sich der Kreis der jährlichen Schriftlesung der 54 Wochenabschnitte, in welche die fünf Bücher Mose eingeteilt sind. Es ist eine Ehre, den letzten Abschnitt der Torah vorzulesen, und wem sie zuteil wird, der wird zum „Bräutigam der Torah“.

 

Pin It on Pinterest

Shares
Share This