In diesem Jahr fällt das achttägige jüdische Lichterfest der Tempel­weihe, Chanukkah, auf den 13. bis 20. Dezember 2017 (25. Kislew bis 2. Tewet 5778). Chanukkah erinnert an den Sieg jüdischer Truppen unter der Führung der Makkabäer über die übermäch­tigen griechischen Gewaltherrscher, die das Judentum auslöschen woll­ten, und an die Neueinweihung des Tempels im Jahre 164 vor Christus. In der Bibel wird in den Makkabäer-Büchern darüber berichtet (1. Mak­kabäer 4 und 2. Makkabäer 10).

Kinder in einer ultra-orthodoxen jüdischen Familie in Jerusalem entzünden Kerzen an Chanukkah-Leuchtern. Foto: Nati Shohat/Flash90

Öl-Wunder

An den acht Chanukkah-Tagen wird am ersten Abend eine Kerze und dann jeweils eine weitere Kerze an Chanukkah-Leuchtern entzün­det. Dies geschieht in Erinnerung an das Öl-Wunder im Tempel. Nach der Überlieferung reichte geheiligtes Öl, dessen Menge nur genügt hätte, um den Leuchter für einen Tag zu ver­sorgen, bei der Wiedereinweihung des Tempels für acht Tage aus.

Im Gegensatz zur siebenarmigen Menorah hat der Chanukkah-Leuch­ter, die Chanukkia, insgesamt neun Arme. Der neunte Arm ist für den Schamasch (Diener) vorgesehen, mit dem man die anderen Kerzen anzündet.

Mit dem Lichtanzünden ist eine bestimmte Liturgie verbunden. Sie beginnt mit dem Segensspruch: „Gepriesen seist Du, Herr, unser Gott, der uns durch Seine Gebote gehei­ligt hat und uns geboten hat, das Chanukkah-Licht zu zünden.“ Auch heißt es in der Chanukkah-Liturgie: „Diese Kerzen zünden wir an wegen der Wunder …, die Du unseren Vä­tern getan hast – in jenen Tagen und in dieser Zeit.“

Zum Lichtanzünden ist jeder Jude verpflichtet. Die Chanukkia soll an einem Fenster stehen, damit das Wunder bekannt gemacht wird. Nach der gemeinsamen Zeremonie singt die Familie traditionelle Lieder.

Pfannkuchen

Außerdem gehören der Verzehr von Kartoffelpuffern (Lattkes) und Pfannkuchen (Sufganijot) und das Drehen des Kreisels (Dreidel) zu den Bräuchen am Chanukkah-Fest. Die Seiten des Kreisels sind mit den he­bräischen Anfangsbuchstaben des Satzes „Ein großes Wunder ist HIER geschehen“ verziert. Außerhalb von Israel stehen die Buchstaben für „Ein großes Wunder ist DORT gesche­hen“.

Das Spiel mit dem Dreidel erin­nert daran, dass Juden unter der griechischen Herrschaft nicht die Thora studieren durften. Sie hielten sich jedoch nicht an das Verbot und holten bei einer Kontrolle schnell ihre Kreisel hervor, um den Anschein zu erwecken, dass sie spielen wür­den.

Schulen sind während der acht Chanukkah-Tage geschlossen, Ge­schäfte aber sind geöffnet und alle Büros oder Dienstleistungsbereiche arbeiten regulär. –

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