Carmel-Höhlen und Geburtskirche jetzt Weltkulturerbe

Das Weltkulturerbe-Komitee der UNESCO hat dafür gestimmt, das „Nahal Meàrot Nature Reserve“ und die Geburtskirche in Bethlehem in die Liste der Weltkulturerbe-Stätten aufzunehmen.

Das Weltkulturerbe-Komitee der UNESCO hat dafür gestimmt, das „Nahal Meàrot Nature Reserve“ und die Geburtskirche in Bethlehem in die Liste der Weltkulturerbe-Stätten aufzunehmen.

Die Stätte der „Menschlichen Entwicklung“ (Site of Human Evolution) am Berg Carmel im Norden Israels bestehen aus prähistorischen Höhlen, die durchgehend von Frühzeitmenschen während Hunderttausenden von Jahren  bewohnt waren. Diese menschliche Lebensform ist ein weltweit sehr seltenes Phänomen. Damit wurde Nahal Meàrot bei der Sitzung des UNESCO-Komitees am 29. Juni 2012 im russischen St. Petersburg als 8. Weltkulturerbe-Stätte in Israel ernannt. Die anderen Stätten sind die Altstadt von Jerusalem, die Bahai-Anlage in Haifa und Westgalliläa, die biblischen Siedlungen Megiddo, Hazor und Beer Sheva, die Weihrauchstrasse im Negev, die Festung Masada, die Altstadt von Akko und die als „Weiße Stadt“ bezeichnete Bauhausarchitektur in Tel Aviv.
Das israelische Außenministerium und die Regionalverwaltung von Hof Carmel haben sich gemeinsam mit der Universität Haifa dafür eingesetzt, dass diese Stätte ebenfalls zum Weltkulturerbe ernannt wird.
(Außenministerium des Staates Israel, 03.07.12)

Informationen über die israelischen Weltkulturerbe-Stätten, einschließlich jener, die auf der Vorschlagsliste stehen, finden sich unter: http://whc.unesco.org/en/statesparties/il

Auch die Geburtskirche als Weltkulturerbe anerkannt

Die Geburtskirche in Bethlehem ist die erste Weltkulturerbestätte, die unter der Rubrik „Palästina“ gelistet wird. Das entschied die UNESCO ebenfalls am 29. Juni 2012. Von den 21 Mitgliedstaaten des UNESCO-Komitees stimmten 13 für den palästinensischen Antrag. Damit wurde genau die benötigte Anzahl erreicht. Zwei Länder enthielten sich und sechs lehnten das Ersuchen ab. Das Kulturerbe schließt die Geburtskirche , drei sie umgebende Klöster und den dazugehörigen Pilgerpfad ein. Der Kulturerbekomplex trägt die Bezeichnung „Geburtsort Jesu: Geburtskirche und Pilgerroute“.
Der Außenminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Riad al-Malki, teilte der Konferenz in St. Petersburg nach der Abstimmung mit: „Ich bin entzückt. Sie haben unsere allerfreundlichste Dankbarkeit.“ Er bekundete dem Komitee seinen Beifall dafür, dass es den Palästinensern ihre kulturellen Rechte zusichere. Palästina sei die „Wiege der menschlichen Zivilisation“. Es werde weitere Anträge bei der UNESCO einreichen.
Gegenüber der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“ sagte Al-Malki anschließend, durch seinen neuen Status werde Bethlehem vor Israel beschützt. Der Erfolg der Eingabe sei „eine riesengroße palästinensische Errungenschaft“.
Der stellvertretende Bürgermeister der Autonomiestadt, George Sa‘ade, bedankte sich von Bethlehem aus bei allen Ländern, die den Antrag angenommen hatten. Im Gespräch mit „Ma‘an“ fügte er hinzu: „Wir haben das Empfinden, dass dies Gerechtigkeit ist. Darüber sind wir sehr glücklich. Jeder in Bethlehem und in Palästina ist glücklich.“
Die führende Politikerin der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Hanan Aschrawi, begrüßte das Ergebnis der Abstimmung: „Die Palästinenser feiern diese Entscheidung als einen Augenblick des nationalen Stolzes und als Bestätigung für ihr reiches und einzigartiges Erbe.“

Israelische Kritik
Kritik kam vom israelischen Botschafter bei der UNESCO, Nimrod Barkan. Er bezeichnete es als Fehler, dass das Komitee die technische Anregung seiner eigenen Berater ignoriert habe. Diese hatten eingewendet, der Komplex erfülle nicht die notwendigen Kriterien für eine Aufnahme in die Liste der Weltkultuerbestätten. Barkan sagte laut der „Jerusalem Post“, der Wasserschaden auf dem Dach der Geburtskirche sei kein Anlass, das Gebäude in einer Sofortmaßnahme zum Kulturerbe zu ernennen. Niemand habe die PA daran gehindert, das Dach zu reparieren.
Israel hatte in der Vergangenheit die Auffassung geäußert, dass die Kirche es verdient habe, als Weltkulturerbe benannt zu werden. Doch dieser Schritt dürfe nicht als Mechanismus dienen, durch den die Palästinenser in ihrem Bestreben nach Eigenstaatlichkeit voranschritten.

Im Oktober 2011 hatte die UNESCO „Palästina“ als Mitglied aufgenommen. Aus Protest stellten die USA und Kanada ihre Zahlungen an die Organisation vorerst ein. (Israelnetz)

Bild: Das „Nahal Meàrot Nature Reserve“ im Carmel-Gebirge. Foto: GPO/HOROVITZ DORON

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