Fünf Brief des theoretischen Physikers Albert Einstein (1879-1955) sind am 20. Juni 2017 im Auktionshaus „Winner‘s“ in Jerusalem für einen Wert von insgesamt 198.600 US-Dollar versteigert worden. In den Schriftstücken aus den 1950er Jahren geht es unter anderem um Gott, die McCarthy-Ära und den neuen Staat Israel.

Dr. Roni Gross, Direktor des Albert Einstein-Archivs in der Hebräische Universität in Jerusalem, mit Originaldokumenten des Physikers und Nobelpreisträgers, rechts ein Foto von Albert Einstein aus dem Jahre 1905. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Der wertvollste Brief erzielte einen Wert von 84.000 US-Dollar. In dem Schreiben aus dem Jahr 1954 schreibt Einstein über Gott und die Schöpfung. In einem weiteren Brief aus demselben Jahr, der für 26.400 US-Dollar den Besitzer wechselte, beschreibt er den Staat Israel als intellektuell ansprechenden Ort, jedoch mit begrenzten Möglichkeiten.

„Israel ist intellektuell aktiv“

Die von Einstein signierten Briefe stammen aus dem Nachlass der Witwe des Quantenphysikers und Philosophen David Bohm, die vor einem Jahr verstorben ist. Der Amerikaner Bohm und Einstein trafen sich, als sie beide in Princeton arbeiteten. Bohm wanderte aus politischen Gründen nach Brasilien aus und erklärte Einstein, wie unglücklich er dort war.

Einstein riet dem Amerikaner, es in Brasilien auszuhalten, bis er die Staatsbürgerschaft bekomme. Anschließend könne er das Land verlassen, um sich in einer „intellektuelleren Atmosphäre“ aufzuhalten. 1955 verließ Bohm schließlich Brasilien und zog nach Israel, wo er zwei Jahre lang am Technion unterrichtete. Ein Jahr später traf und heiratete er seine Frau Sarah Woolfson in Israel. Anschließend zog das Paar nach Großbritannien, wo er an der Universität Bristol bis zu seinem Tod 1992 lehrte.

Einstein schrieb in seinen Briefen: „Israel ist intellektuell aktiv und interessant, aber hat sehr begrenzte Möglichkeiten. (…) Und dorthin zu gehen mit der Absicht, es bei der ersten Gelegenheit zu verlassen, wäre bedauerlich.“

In einem anderen Brief an Bohm schrieb er: „Wenn Gott die Welt erschaffen hat, war sicherlich nicht seine erste Sorge, das Verstehen von ihr für uns einfach zu machen.“ (Israelnetz/Redaktion)

 

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