Bei einer Vortragsveranstaltung zum Thema Alijah, links Natalja Krizhanowski, rechts am Mikrofon Luca-Elias Hezel.

Tief im Schwarzwald eine israelische Fahne zu sehen, war für mich mehr als eine Überraschung. Fünf wichtige und ganz unterschiedliche Veranstaltungen, organisiert von Christen an  der Seite Israels, fanden kürzlich in Südwest-Deutschland statt.

Von Orly Wolstein

Das Hauptthema von diesen Treffen war Alijah – die Rückkehr von Juden ins Heilige Land. Heute beobachten wir eine Auswanderungswelle von Juden aus der ganzen Welt. Und vor allem aus dem historisch geprägten Ansiedlungsgebiet von Juden – ehemaligen „Shtetln“, heutigen Kleinstädten in der Ukraine, Weißrussland, Polen und Moldawien.

Referenten auf diesen Veranstaltungen vom 7. bis zum 14. April 2017 waren Natalja Krizhanowski, Mitarbeiterin von Christians for Israel Ukraine, und ich, Mitarbeiterin von der Jewish Agency, der Jüdischen Agentur, die von der israelischen Seite die Rückkehr von Juden nach Israel unterstützt.

Wahres Zuhause in Israel

Natalja hat über die Situation der Juden in der heutigen Ukraine gesprochen. “Fliehe aus dem Land des Nordens“ – so steht es in Sacharja 2,6. Wenn man von Israel heraus nach Norden eine Linie zieht, kommt man direkt in die ehemalige Sowjetunion. Seit 2014 hat sich die Auswanderung aus der Ukraine verdoppelt, weil jüdische Flüchtlinge auch in den Kriegsgebieten begriffen haben, dass ihr wahres Zuhause in Israel liegt.

Orly Wolstein, Luca-Elias Hezel und Natalja Krizhanowski.

Natalja leitet eine Unterkunft, ein „Shelter“ bei Kiew, wo jüdische Flüchtlinge vorübergehend untergebracht werden. Sie hat über ihre Tätigkeit berichtet, wie das Team von Christen an der Seite Israels Menschen aus dem Kriegsgebiet herausführt und ihnen hilft, nach Israel auszureisen.

Warmherzige Gemeinschaft im Kibbuz

Und in meinen Vorträgen ging es um die Fortsetzung der Berichte von Natalja – was passiert mit den Einwanderern, nachdem  sie am Flughafen Tel Aviv landen? Unser Programm heißt „Erstes Heim im Heimatland“. Wir bieten jungen Familien mit oder ohne Kindern eine „leichte Landung“ in einem Kibbuz, wo sie für ein Jahr eine Unterkunft und einen Hebräischkurs erhalten und die Kinder je nach Alter entweder den Kindergarten oder die Schule besuchen, und das Wichtigste: Es gibt eine warmherzige Gemeinschaft, wo fast jeder ganz genau weiß, was es bedeutet, ein Einwanderer in Israel zu sein. Wenn nicht die Kibbuzmitglieder selbst, dann waren ihre Väter oder Großväter Einwanderer und haben in Israel bei Null angefangen. „Erstes Heim in Heimatland“ ist ein Programm von der Jüdischen Agentur, vollständig unterstützt von Christians for Israel International, und die deutsche Organisation Christen an der Seite Israels leistet an dem Projekt einen riesigen Beitrag.

Viele neue Freunde

Im März 2017 war eine Jugendgruppe von Israel Connect, geleitet von Luca Hezel, zu Besuch im Kibbuz Revivim in der Negev-Wüste. Deutsche und neu-israelische junge Menschen hatten Gelegenheit, Meinungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Manche Mitglieder von Israel Connect waren dann einen Monat später in den Alijah-Veranstaltungen von Christen an der Seite Israels im Schwarzwald auch dabei.

Orly Wolstein beim Entzünden einer Kerze beim Pessach-Seder in einem christlichen Gemeindehaus.

Vier Treffen, vier verschiedene Gemeinden, vier Gottesdienste und ganz viele neue Bekanntschaften, ganz viele neue Freunde. Und die fünfte Veranstaltung war ein Pessach-Seder in einem christlichen Gemeindehaus. 70 Gäste waren dabei!

Dossenheim, Künzelsau, Althengstett, Überberg – jedes Treffen kann in einem separaten Artikel beschrieben werden. Viele Meinungen und Diskussionen, es gab Menschen, die zum ersten Mal über den Rückkehr vom judischen Volk gehört haben, die anderen wussten schon ganz viel oder haben uns sogar schon besucht.

Herzliches Dankeschön

Im Namen der Jüdischen Agentur und ich selbst möchte mich ganz herzlich bei den Organisatoren bedanken: Delly Hezel, Markus Neumann, Ralf Hermann, Luca-Elias Hezel  – für ihre wunderbare Tätigkeit, für ihre Gastfreundlichkeit und für ihr ganz großes Herz!

Das war eine richtige Power-Zeit für mich. Vielen Dank – und kommen Sie zu Besuch zum „Ersten Heim im Heimatland“!

Orly Wolstein, ‚Erstes Heim im Heimatland‘ – Jewish Agency for Israel

Weitere Informationen zur Alijah und Spendenmöglichkeit hier

 

Die wahren Helden der Alijah-Tour 2017

Von Delly Hezel

Die wahren Helden in der Alijah-Tour im Schwarzwald (siehe Bericht oben) waren für mich die siebenjährige Esti und Kola, „der beste Fahrer aus der Ukraine“.

Von links: Kola und Natalja, von rechts: Orly, Esti und Delly Hezel.

Kola und Esti auf einem Bauernhof.

Esti
Esti, die kleine Tochter von Orly Wolstein, hat mich beeindruckt wie selten ein Kind. Während dieser ganzen Woche habe ich sie nicht einmal quengelig oder motzig erlebt.
Sie war so ausgeglichen, fröhlich und zufrieden. Wir alle haben sie sehr lieb gewonnen und es war wirklich eine große Freude, mit ihr zusammen zu sein. Mit Sicherheit war das Programm dieser Woche (lange Autofahrten, Vorträge, Stillsitzen, nur Erwachsene) nicht das, was ein Kinderherz höher schlagen lässt. Aber Esti war einfach klasse; sie konnte spielen mit Steinchen, Blättern, Stöckchen … und am liebsten mit Luca.

Kola
Und nun zu Kola! Auch er war unschlagbar mit seinem dienenden Herzen. So ganz im Hintergrund, aber immer zur Stelle und 100 % zuverlässig. Als ich von Natalja dann noch erfuhr, dass er in der Ukraine ein lukratives Jobangebot ausschlug, um für Christen an der Seite Israels Ukraine zu arbeiten, war mir klar, dass Kola ein Mann nach dem Herzen Gottes ist.
Mit beiden, Kola und Esti, konnten wir nur von Herz zu Herz kommunizieren, aber das hat hervorragend geklappt. Danke/Toda raba und Spasibo ihr beiden … ihr habt die Zeit wirklich sehr bereichert!
In dieser einen Woche haben wir vier Gemeinden in Süddeutschland besucht und einen unvergesslichen Sederabend mit über siebzig Teilnehmern erlebt. Und nun natürlich auch noch zu Orly Wolstein und Natalja Krizhanowski.
Natalja
Natalja hat uns bei den Vorträgen in den Gemeinden sehr anschaulich und lebendig von ihrer Arbeit in der Ukraine erzählt. Sie hat uns mit hineingenommen, wie sie oft unter sehr schwierigen und gefährlichen äußeren Umständen jüdischen Menschen hilft, die aus dem Kriegsgebiet der Ukraine fliehen müssen, indem sie ihnen Schutz gibt und dabei unterstützt, die nötigen Papiere zu bekommen. Sie ist bei den ganzen Vorbereitungen, die es braucht, um Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen, an der Seite dieser Menschen. Sie haben ein Haus, in dem bis zu 25 Personen Schutz finden, wohnen können und solange in Sicherheit sind, bis die Vorbereitungen für die Alijah abgeschlossen sind. Von dort aus geht es dann direkt zum Flughafen. Natalja und ihr Team sind somit direkt beteiligt an der Erfüllung biblischer Prophetie. Nicht ein Jude wird in den Nationen zurückgelassen werden …

Alijah-Vortrag mit Delly Hezel am Rednerpult.

Orly
Orly wiederum empfängt genau diese Olim (Neueinwanderer in Israel) direkt am Ben Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Sie hilft diesen Menschen beim Ankommen im neuen Land. Alles ist anders … Sprache, Kultur, Klima, Essen, ….
Orly arbeitet für die Jewish Agency in dem Projekt „Erstes Heim im Heimatland“. Sie macht dies mit Leidenschaft und Hingabe, da auch sie selbst vor sechs Jahren mit ihrer damals zehnmonatigen Tochter Esti nach Israel auswanderte. Ihre persönliche Lage war zu dieser Zeit schwierig, da sie, alleine mit der kleinen Esti, ohne Angehörige oder Freunde in Israel, ankam. Ihr erstes Zuhause war in einem Kibbuz in der Negev-Wüste, in welchem sie sehr liebevoll aufgenommen wurde und sie sich sehr willkommen und wohl fühlte.
Ihre persönliche Geschichte ist ergreifend; die Eltern ihrer Mutter sind die einzigen Überlebenden des Holocaust aus ihren jeweiligen, großen Familien. Ihre Großmutter hatte immer davon geträumt, einmal in Eretz Israel zu leben. Ihr selbst wurde dieser Traum nicht erfüllt, „aber ihre Enkelin und Urenkelin erfüllen dies nun …“, freut sich Orly „… und so ist es nicht länger ein Traum!“ Als sie das sagt, lächelt sie! –

 

 

Herzliche Einladung zu Arbeitsreisen in die Ukraine 2017

Christen an der Seite Israels führt mehrmals jährlich Arbeitseinsätze in der Ukraine durch. Bei diesen einwöchigen Reisen werden zuerst Tausende Essenspakete gepackt und dann in der Ukraine an verarmte jüdische Einwohner verteilt, unter ihnen Holocaust-Überlebende und Kriegsflüchtlinge aus dem Osten des Landes.
Diese Arbeitsreisen sind eine hervorragende Möglichkeit, die Ukraine zu erleben und die jüdische Geschichte in dem Land kennenzulernen. Die Kosten je Person für eine solche Arbeitsreise belaufen sich auf ca. 400 € für Unterkunft und Verpflegung, hinzu kommen die Flugkosten nach Kiew. Die Teilnehmer werden am Flughafen in Kiew vom dortigen Team unter der Leitung von Koen Carlier abgeholt und zum Rückflug wieder dorthin zurückgebracht.

Termine 2017:
•     17.–24. Juni 2017
•     16.–23. September 2017 – für junge Erwachsene (ISREALITY)
•     11.–18. November 2017
•     9.–16. Dezember 2017

Weitere Informationen:
•     info@israelaktuell.de
•     info@israelaktuell.at
•     c4israel@livenet.ch

 

 

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